Unternehmen Lebensmittel Konsumgüter BioPharma Umwelt Forschung Meet & Learn
Umwelt
Home > BioPharma > Infocenter > Nachrichten > Die Entschlüsselung des Zucker-Codes
  1. Nachrichten

Die Entschlüsselung des Zucker-Codes
15.06.2012 | über 80% der Biomasse auf der Erde bestehen aus Zucker. Sie sind Bestand­teil der Zellmembran und geben den Zellen Stabilität. Allerdings sind nicht gewöhnliche Zucker im herkömmlichen Sinne, sondern komplexe Strukturen aus mehr als 10 verschiedenen Grundbausteinen (monomere Zucker). Die Glycomics oder Glykowissenschaften erforschen die physiologische Bedeutung der Zucker. Sie versuchen die Geheimnisse der komplexen Strukturen - des Zucker-Codes - zu enträtseln.
Bei allen Infektionskrankheiten sind Zuckerstrukturen beteiligt. Bei Malaria oder HIV/AIDS erfolgt der erste Kontakt mit der Zelle über die Zuckerstruk­turen. Hier sehen Forscher Möglichkeiten, neue Impfstoffe zu entwickeln, die die Zelle immun macht gegen die Krankheitserreger.
Wie nützlich komplexe Zucker (Oligosaccharide) beim Aufbau einer gesunden Darmflora sein können, zeigt das Beispiel Muttermilch. Diese ist reich an sauren und neutralen Oligosacchariden. Früher wurden sie einfach als Ballaststoffe bezeichnet, ohne deren genaue Bedeutung zu kennen. Sie sind kein Energie­träger, sorgen aber für das Wachstum der gesunden Darmflora (Laktobazillen und Bifidobakterien). Sie halten pathogene Keime ab sich im Darm anzusiedeln und zu vermehren.
Doch zunächst müssen die Strukturen der Zucker aufgeklärt werden, denn nur so lassen sich die Eigenschaften der Zuckerstrukturen verstehen. GALAB gehört zu den wenigen Unternehmen, die sich seit Jahren mit der Analytik dieser Verbindungen beschäftigt. Schwerpunkt sind Rohstoffe, die in der Lebensmittelindustrie und in Biopharmazeutische Industrie eingesetzt werden.
In einem kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt mit der Firma Milupa/ DANONE wurden neue Verfahren für die Oligosaccharidanalytik entwickelt, die für die Qualitätssicherung der Rohstoffe eingesetzt werden können (SialPlus). Mit dem GlycoImage®-Sialic Acid Kit können gebundene Sialinsäure von freier Sialinsäure unterschieden werden.