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Bioaktive sialinsäurehaltige Oligosaccharide
Vorbild Muttermilch
Muttermilch ist durch die ernährungsphysiologischen Bestandteile Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate ideal geeignet für die Ernährung und Entwicklung von neu­geborenen Kindern. Sie unterscheidet sich damit nicht nur in der Zusammen­setzung der Nährstoffe wesentlich von Kuhmilch, sondern auch aufgrund ihrer Bestandteile mit besonderer Funktionalität und der Struktur der Inhaltsstoffe. Eine Hauptkomponente sind Kohlen­hydrate, als Energielieferant dient Laktose.
Die Milchnahrung für Babies und Kleinkinder basiert zwar auf Kuhmilchbestand­teilen, hierzu gehören Fett, Milchpulver, Molkepulver und Laktose, jedoch wer­den diese je nach Lebensalter und den gesetzlich geregelten Vorgaben für die Nährwerte speziell zusam­mengesetzt.
Oligosaccharide
Ein wesentlicher Unterschied der humanen Milch im Vergleich zur Kuhmilch ist der bis zu 30-mal höhere Gehalt an freien Oligosacchariden (OS). Das Kolos­trum, so wird die Erst­milch oder auch Vormilch für Säuglinge bezeichnet, ent­hält mit 20-23 g/l den höchsten Gehalt an freien OS, dieser sinkt aber in den darauffolgenden Wochen auf 9 g/l.
Milcholigosaccharide bestehen aus 5 Grundbausteinen: Glucose (Glc), Galac­tose(Gal), N-Acetlyglucosamin (GlcNAc), Fu-cose (Fuc) und Sialinsäure (Neu5Ac). Humane Milcholigo­saccharide bestehen aus einer Laktose-Grundeinheit mit [Gal-GLcNAc]-Kettenverlänge­rungen mit endständigen Fucose- und Sialinsäure­einheiten. Die strukturelle Vielfalt der Oligosaccharide ergibt sich einerseits aus der Variation der Grundbausteine, vor allem aber durch die Verknüpfungsmög­lichkeiten zweier Monosaccharide. Die Sialinsäure oder auch N-Acetylneuramin­säure ist in den humanen OS überwiegend α2-6 verknüpft, während sie in Kuhmilch überwiegend α2-3 verknüpft ist.

Physiologische Bedeutung
Neutrale und saure, sialinsäurehaltige Oligosacchride sind wichtig für das Wachstum der Darmbakterien (Lactobacillen und Bifidobakterien). Sialo-Oligosaccharide sind darüber hinaus auch an der Entwicklung des zentralen Nervensystems beteiligt, dies haben Studien an Mäusen gezeigt. Bisher können der Formelnahrung keine Muttermilch-ähnlichen Oligosaccharide zugesetzt werden, da sehr schwer herzustellen sind. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der TU-Hamburg-Harburg versuchen Wissenschaftler Herstellungsverfahren auf Basis der Biokatalyse zu entwickeln (GlykoBioKat).
Sialinsäure-Analytik
Sialinsäure kommt in der Muttermilch überwiegend gebunden an freie Oligosac­charide vor. Das Kolostrum enthält ca. 1g/100g Sialinsäure (überwiegend in Form von Sialyllaktose) und sinkt auf ca. 0,2g/100g nach 120 Tagen ab. Die Kuhmilch enthält nur etwa ein Fünftel der Menge. Muttermilch unterscheidet sich hier stark von der Kuhmilch, wo die Sialin­säure an Glykoproteine gebun­den ist, wie beispielweise eine glykosylierte Untereinheit des Caseins.
Wir untersuchen für Sie Ihre Rohwaren auf den Gehalt an gebundener und freier Sialin­säure. Für nähere Informationen stehen Ihnen unsere Kunden­dienstmitarbeiter zur Verfügung.