Unternehmen Lebensmittel Konsumgüter BioPharma Umwelt Forschung Meet & Learn
Konsumgueter
Home > Konsumgüter > Untersuchungsparameter > PAA

  1. Alkylphenole
  2. Anthrachinon
  3. Migrationsprüfung
  4. Mineralöl MOSH/MOAH
  5. Organozinnverbindungen
  6. Phthalate
  7. Primäre aromatische Amine
Primäre aromatische Amine
Primäre aromatische Amine (PAA) können als Verunreinigungen in Azofarbstoffen, speziell in gelben, orangenen und roten Farbpigmenten, enthalten sein. Diese Farbstoffe werden in Druckfarben zum Bedrucken von Bedarfsgegenständen, z.B. Papiertüten oder Serviet­ten eingesetzt. Untersuchungen des CVUA in 2014 zeigten, dass aus bunt bedruckten Papier­servietten und Bäckertüten gesundheitlich relevante PAA ins Lebensmittel über­ge­hen können.

Die Gruppe der primären aromatischen Amine sind Verbindungen, die aus einem Amin und einem Aromaten bestehen. Die einfachste Struktur stellt das Aminobenzol, auch Anilin ge­nannt, dar. Da einige Verbindungen der PAA, z.B. 2-Naphthylamin, Toluidin und Anisidin, als kanzerogen eingestuft sind, sollten sie im Lebensmittel nicht nachweisbar sein. Die mu­tagene und kanzerogene Wirkung entfalten die primären aromatischen Amine im menschlichen Organismus. Nach Eintrag der Substanz wird diese bei der Metabolisierung oxidiert und zu einer hochreaktiven Spezies. Diese bildet mit der DNA festgebundene Addukte.

Primäre aromatische Amine können jedoch auch in Verpackungsmaterial oder Küchenuten­silien aus Kunststoff enthalten sein. Durch Reaktion von Isocyanaten, z.B. aus Polyure­than-Kunststoffen, können in Anwesenheit von Wasser, aromatische Amine entstehen. Weiterhin ist die Verwendung von Verpackungen aus recyceltem Papier und Karton von Bedeutung, die arylaminbasierte Druckfarben enthalten können. Ein Eintrag in das Le­bens­mittel ist nicht ausgeschlossen.

Bereits 2008 wurden 22 primäre aromatische Amine in der Verordnung 1272/2008 als CMR-Stoffe (krebserregende oder erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Verbin­dungen) eingestuft. Diese dürfen gemäß REACH-Verordnung in einem Bedarfsge­genstand mit Körperkontakt nicht angewendet werden (Grenzwert 30 mg/kg).
In der VO (EG) Nr. 10/2011 ist ein Grenzwert für den Übergang von PAA aus Lebensmittel­kontaktmaterialien aus Kunststoff ins Lebensmittel von 0,01 mg/kg (Summenparameter) festgelegt.
Mit der Änderung der Bedarfsgegenständeverordnung hinsichtlich Druckfarben sollen die 22 primären aromatischen Amine über 0,002 mg/kg nicht nachweisbar sein.

Für die Analytik von Papierservietten nutzen wir die photometrische Bestimmung nach Kalt­wasserextraktion nach §64 LFGB mit einer Nachweisgrenze von 2 µg/L. Daneben können Sie Ihre Waren aus Kunststoffen in Migrationsuntersuchungen testen lassen.

Links
BfR Stellungnahme
CVUA Untersuchungen 2014