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Anorganisches Arsen - Neue Höchstwerte festgelegt –
DIN-Methode im Einsatz
Für die Bestimmung von anorganischem Arsen in Lebensmitteln steht Ihnen bei GALAB das neue DIN-Verfahren zur Verfügung. Der Norm-Entwurf DIN EN 16802:2014-11 beschreibt eine Methode zur Bestimmung von anorganischem Arsen in Lebensmitteln marinen Ursprungs und pflanzlichen Lebensmitteln mit Anionenaustausch-HPLC-ICP-MS nach Extraktion im Wasserbad. Mit dem Verfahren wird die Summe der anorganischen Arsenverbindungen, bestehend aus Arseniten (AsIII) und Arsenaten (AsV), erfasst.

Arsen kommt in verschiedenen chemischen Formen vor, wobei nicht alle Verbindungen gleichermaßen toxisch sind. Die hochtoxischen und karzinogenen, anorganischen Verbindungen finden sich in Boden, Wasser und pflanzlichen Lebensmitteln, z.B. Reis. In lebenden Organismen wird aufgenommenes anorganisches Arsen methyliert. Dadurch entstehen organische Arsenverbindungen, wie beispielsweise Arsenobetain – die vorherrschende Arsenverbindung in Fischen – die als nicht giftig gilt.

Für die Bestimmung von anorganischem Arsen nach dem DIN-Entwurf werden As(III) und As(V) zunächst mit verdünnter Salpetersäure und Wasserstoffperoxidlösung in der Wärme extrahiert. Das zu As(V) oxidierte gesamte anorganische Arsen wird dann mittels Anionenaustausch-HPLC von den anderen Arsenverbindungen getrennt und bei GALAB mit dem elementspezifischen Detektor der ICP-MS mit einer Bestimmungsgrenze von 0,01 mg/kg erfasst.

Speziell Reispflanzen nehmen Arsen aus dem Boden und dem Wasser auf. In Produkten, wie Parboiled und Reiswaffeln, reichert sich Arsen durch den Verarbeitungsprozess zudem an. Das wissenschaftliche Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM-Gremium) und das BfR hat das Risiko durch die Aufnahme von Arsen aus Reis bewertet und kommt zu dem Schluss, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung hinsichtlich des Krebsrisikos möglich ist und die Gehalte daher auf ein unvermeidbares Minimum reduziert werden sollten (ALARA-Prinzip).

Der Codex Alimentarius arbeitet bereits seit Jahren an der Erstellung eines Code of Practice zur Vermeidung und Verringerung von Arsen in Reis. Aus diesen Daten hat die EU Höchstmengen für verschiedene Reisprodukte in der Kontaminantenverordnung 1881/2006 festgelegt. In Monitoringprogrammen werden jedoch bis 2018 weiter Daten gesammelt, um die Belastung von verarbeiteten Lebensmitteln zu beobachten. Besonders Kinder bis zu einem Alter von 3 Jahren verzehren viel Reis und Reisprodukte.
Tabelle: Grenzwerte für anorganisches Arsen in der Verordnung 1881/2006:

3.5 Arsen (anorganisch)
3.5.1 Geschliffener Reis, nicht parboiled (polierter oder weißer Reis) 0,20 mg/kg
3.5.2 Parboiled-Reis und geschälter Reis 0,25 mg/kg
3.5.3 Reiskekse, Reiswaffeln, Reiskräcker und Reiskuchen 0,30 mg/kg
3.5.4 Reis für die Herstellung von Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder 0,10 mg/kg


Links
BfR
Verordnung (EU) 2015/1006 Arsenhöchstgehalte