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Aktuelle Funde
Fipronil in tierischen Produkten
03.08.2017 | Das Schnellwarnsystem RASFF informierte über Rückstände von Fipronil in Hühnereiern und Hühnerfleisch. Die Kontamination erfolgte ver­mutlich durch die Verwendung eines Reinigungsmittels namens Dega-16, welches zur Reinigung von Stall­anlagen verwendet wird. Der Eintragsweg des Fipronils in das Reinigungsmittel wird derzeit geklärt.

Das Breitspektuminsektizid Fipronil ist nicht für den Einsatz im Bereich lebensmittelliefernder Nutztiere zugelassen. Demzufolge darf auch ein Stallreinigungsmittel mit diesem Wirkstoff in diesem Bereich nicht eingesetzt werden.
Fipronil und ein mit vergleichbarer Toxizität eingestufter Metabolit, das Fipronil-Sulfon, werden gemäß Rückstandsdefinition als Summe zur Bewertung zugrunde gelegt.
Der Rückstandshöchstgehalt gemäß VO (EG) 396/2005 beträgt 0,005 mg/kg für die Summe aus Fipronil und dem Fipronil-Sulfon, berechnet als Fipronil*.

Nach Bekanntwerden der Fipronilbefunde wurde das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) um eine Einschätzung des gesundheitlichen Verbraucherrisikos gebeten. Zur toxi­kologischen Bewertung der Befunde durch das BfR wurde die akute Referenzdosis (ARfD) von 0,009 mg/kg Körpergewicht (KG) herangezogen, veröffentlicht im Jahr 2006 in einer allgemeinen Risikobewertung der EFSA [2].

Das BfR legte in seiner „Worst-Case“-Betrachtung den höchsten aktuell ermittelten Gehalt von 1,2 mg/kg zugrunde und kam hinsichtlich der Verbraucher­gefährdung zu folgendem Schluss:
1 - Auf Basis des NVS II-Modells kann keine Überschreitung der ARfD für die untersuchten Verbrauchergruppen festgestellt werden.
2 - Auf Basis des EFSA PRIMo-Modells kann keine Überschreitung der ARfD für Erwachsene festgestellt werden.
3 - Auf Basis des EFSA PRIMo-Modells – unter Berücksichtigung der Verzehrsdaten für Kinder (UK Kleinkind) – liegt eine Überschreitung der ARfD um den Faktor 1,6 vor.[1]

Gemäß der Berechnungen des BfR und auf Basis des PRIMo-Modells „kann eine Fipronil­konzentration von 0,72 mg/kg * (...) in Hühnereiern als maximale Konzentration ange­sehen werden“ bei der die ARfD nicht überschritten wird. Bei dieser Maximal­konzentration besteht nach derzeitigem Stand des Wissens kein akutes Verbraucherrisiko[3].

[1] bfr.bund.de/fipronil
[2] efsa.europa.eu
[3] bfr.bund.de/fragen
* Rückstandsdefinition gem. VO (EG) 396/2005 Fipronil (Summe aus Fipronil und seinem Sulfonmetaboliten (MB46136), ausgedrückt als Fipronil)

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Kontakt:
Kirstin Umnus

Tel.: 040 - 36 80 77 483

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